FATCA – Umsetzung birgt Probleme für Banken

Die Umstellung an die neuen FATCA-Regelungen ist für die ausländischen Finanzinstitute nicht nur sehr zeitintensiv, sondern auch kostspielig. Bis zum 1. Juli 2013 müssen alle Anpassungen vollzogen sein.

Der Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) wurde vom US-Gesetzgeber verabschiedet, um den Steuermissbrauch durch US-Personen über im Ausland gelegene Finanzinstitute zu verhindern. Der Senat reagierte mit diesem Gesetz auf die wirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise, da Steuerhinterziehung den amerikanischen Staat jährlich um die 100 Milliarden US-Dollar kostet.

Aufhebung des Bankgeheimnisses durch FATCA

Seit Januar 2001 wird das System der Quellenbesteuerung in den USA durch Regelungen des Qualified Intermediary-Regime (QI-Regime) ergänzt. FATCA erweitert diese Anforderungen enorm: So müssen alle ausländischen Finanzinstitutionen (Foreign Financial Institutions) einen Vertrag mit der amerikanischen Steuerbehörde IRS abschließen und verpflichten sich somit, die bei ihnen unterhaltenen US-Konten (US-Accounts) zu identifizieren und Daten des Kontoinhabers jährlich an die IRS weiterzuleiten (sog. Reporting). Dabei geht es um Informationen wie dem Namen, der Adresse, die US-Steuernummer sowie der Kontonummer und dem Kontostand des Kontoinhabers. Der Kunde muss sein Geldhaus vom Bankgeheimnis befreien und der Informationsweitergabe an den Internal Revenue Service (IRS) zustimmen, um das Reporting überhaupt zu ermöglichen. Ist der Kunde nicht damit einverstanden, muss das Finanzinstitut nach FATCA-Vorgaben die Kontobeziehung beenden. Die Schweiz fürchtet somit zu Recht eine Durchlöcherung des Bankgeheimnisses durch FATCA.

Umstellung auf FATCA-Anforderungen betrifft sämtliche Bereiche eines Unternehmens

Die Finanzinstitutionen müssen nun enorme Herausforderungen vor allem im Steuerbereich als auch in den Bereichen IT, Compliance und Kommunikation meistern. Problematisch ist für sie jedoch, dass wesentliche Punkte des FATCA-Regimes noch offen sind und somit noch nicht allen Unternehmen konkrete Informationen für die notwendigen Anpassungen vorliegen. Theoretisch ist jedoch sicher, dass FATCA stufenweise eingeführt werden soll. Die Finanzinstitutionen müssen sich auf Umstellungen im Bereich der Arbeitsprozesse im Neukunden- und Bestandskundenprozess einstellen, als auch auf die Anpassung der IT-Systeme sowie der Vorbereitung und Schulung der Mitarbeiter auf die kommenden Veränderungen.

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